
Für die katholische Pfarrei Mariä Himmelfahrt soll eine neue Kirche gebaut werden.
2020 wurde die Standsicherheit der bestehenden Kirche eingehend untersucht. Der Statiker hat der Dachkonstruktion der Kirche die Standsicherheit nicht mehr zugesprochen. Nachdem dieses Ergebnis durch eine „Zweitmeinung“ bestätigt wurde, musste sich die Pfarrei mit folgendem Votum auseinandersetzen: „Standsicherheit ist NICHT voll gegeben. … DRINGENDER Sanierungsbedarf … nur eingeschränkte Nutzung …Die Beseitigung der Mängel lt. Gutachten muss bis zum Jahr 2024 erfolgen.“
Der Kirchenverwaltung war klar, dass eine Generalsanierung des Dachs nur sinnvoll ist, wenn das Gebäude an sich in Ordnung ist. Die nachfolgende Untersuchung der gesamten Bausubstanz ergab, dass auch die Betonteile der Kirche hohen Sanierungsbedarf haben und deshalb eine Gesamtsanierung vorzunehmen ist.
Die Kosten für die Generalinstandsetzung der Kirche wurden vom beauftragten Architekturbüro im Rahmen einer „Minimalstkostenschätzung“ (ohne Heizung (!) und ohne Dämmung, ohne Bestuhlung, ohne Überarbeitung der Fassade etc.) auf 5.800.000 EUR geschätzt.
An dieser Stelle war die Kirchenverwaltung gefordert, zu klären, ob es nicht sinnvoller wäre, diese Summe für einen Neubau zu verwenden, der dem kleineren Raumbedarf der Pfarrgemeinde entspricht. Dieser Weg wurde ab dem Frühjahr 2025 auch beschritten.
Pfarrer Helmut Friedl hat im April 2025 die Pfarrgemeinde über die Entscheidung, einen Neubau in Angriff zu nehmen, informiert: „Diese Idee basiert auf folgenden Gedanken: 1. Die bestehende Kirche ist zu groß. Es entsteht beim Gottesdienst ein Gefühl der Leere. 2. Die bestehende Kirche hat nur „Oberlichte“, „Bullaugen“. Unser Feiern soll aber transparent sein. 3. Ein Altarraum, der durch Stufen nach oben verlegt ist, trennt Gemeinde und Presbyterium. Der Bau der bestehenden Kirche ist vorkonziliar. In einer Kirche soll die vom II. Vaticanum gewollte Gemeinschaft sichtbar werden.
Folgende Überlegungen liegen einem möglichen Neubau zugrunde: 1. Die Kirche soll kleiner werden (200 bis 250 Plätze). 2. Eine neue Kirche soll Fenster haben. 3. Bei der Innenraumgestaltung soll sichtbar sein, dass die Gemeinde Subjekt der Liturgie ist.
Im Rahmen von 6 Millionen ist ein Neubau auch von den entsprechenden Gremien des Bistums Augsburg freigegeben. Vorgesehen ist, dass ca. 4,5 Millionen aus dem Bistumshalts kommen und ca. 1,5 Millionen von der Pfarrei vor Ort zu tragen sind.
Auf Grundlage dieser Überlegungen und des vorgegebenen Kostenrahmens wurde ein Ideenwettbewerb ausgelobt. Architekten sollten Vorschläge machen, wie nach Abbruch der bestehenden Kirche auf dem vorhandenen Areal eine neue Kirche in Kaufering aussehen könnte.
Der Entwurf des Architekturbüros „Stadtmüller.Burkhardt.Graf.Architekten GbR“ wurde von der Jury (5 Mitglieder der Pfarrei Mariä Himmelfahrt und 4 Mitglieder aus der Bistumsverwaltung) ausgewählt.
Pfarrer Engelbert Birkle und Verwaltungsleiter Rainer Schmaus konnten der Gemeinde am 17. Dezember einen ersten Blick auf den Entwurf ermöglichen und über die bisherigen Schritte informieren.
Neben einem grundsätzlichen Wohlwollen und Vorfreude wurden dabei auch kritische Anmerkungen formuliert. Diese reichen von der Grundsatzfrage, ob eine neue Kirche bei abschmelzenden Gemeindezahlen noch Sinn macht, über das Votum, doch die Generalsanierung durchzuführen, bis zu konkreten Wünschen im Blick auf den vorgestellten Entwurf.
Dieses Stimmungsbild hat auch die gut besuchte Infoveranstaltung am 5.2. geprägt. Architekt Christian Stadtmüller konnte darlegen, welche Überlegungen zu seinem Entwurf geführt haben. Dabei hat er betont, dass er sich natürlich an die finanziellen Vorgaben, die Forderungen und Anregungen der Ausschreibung zu halten hatte. Susanna Lutzenberger verantwortet die künstlerische Gestaltung der neuen Kirche. Ihr Konzept sieht vor, der neuen Kirche entsprechend dem Patrozinium marianische Akzente zu geben. Manche Elemente der bisherigen Kirche finden auch in der Konzeption für die neue Kirche einen guten Platz.
Aus den Rückmeldungen der Teilnehmer ergibt sich für die Kirchenverwaltung in Verbindung mit dem Architekten der Auftrag, zu klären, wie auch in der künftigen Kirche eine Pfeifenorgel ihren Platz finden kann. Mit der Firma, die das große Mosaik gefertigt hat, soll geklärt werden, ob Teile des Mosaiks bewahrt werden können. Zu klären ist, wo für diese ein guter neuer Platz wäre.
Aktuell werden die Fachplaner für die neue Kirche gesucht. Wenn dieses Auswahlverfahren abgeschlossen ist, können mit dem Architekten erst weitere Details besprochen und geklärt werden.
In der Kirchenverwaltung werden die Rückmeldungen gebündelt, gewürdigt und auch mit dem Architekten bzw. den zuständigen Stellen des Bistums besprochen.
Um die Kosten des Neubaus tragen zu können ist die Pfarrei Mariä Himmelfahrt auf Unterstützung und Spenden angewiesen. Es gibt für das Projekt „Neue Kirche“ ein eigenes Spendenkonto:
Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt IBAN DE52 7005 2060 0022 9112 00

Hinter diesem Entwurf steht das Architekturbüro „Stadtmüller.Burkhardt.Graf.Architekten GbR“. Diese Architekten waren auch für den Umbau und Neubau der Kirche in Lagerlechfeld verantwortlich.
